Herausforderung Auslandsaufenthalt
Handwerkskammer der Pfalz vermittelt Praktikumsplätze für zwei Auszubildende aus Zweibrücken
Eva Müller und Jan Oldenburg sind Auszubildende im dritten Lehrjahr in zwei Handwerksbetrieben in Zweibrücken. Und sie sind gespannt, was sie ab Mitte Oktober in Österreich und Spanien erwartet. Denn dann beginnt ein dreiwöchiges Auslandspraktikum, das die Mobilitätsberaterin der Handwerksammer der Pfalz, Annelie Walter-Zeyer, vermittelt hat.
Eva Müller ist 19 Jahre alt und lernt das Friseurhandwerk im Salon Dorit, der von Brigitte Hofer und ihrer Tochter Dorit Schreivogel betrieben wird. Sie hat ihren Wunschausbildungsberuf gefunden und freut sich auf die drei Wochen in Malaga, die sie in einen Friseursalon führen werden, der von einer aus Deutschland stammenden Friseurmeisterin geführt wird. Das hat ihr die Entscheidung für einen Auslandsaufenthalt natürlich erleichtert, war jedoch keine Vorbedingung. Für sie sind die drei Wochen in Spanien eine „Herausforderung" und sie erwartet sich davon, „eine andere Kultur zu erfahren, andere Arbeitstechniken kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen."
Jan Oldenburg ist 22 Jahre alt und hat über ein Praktikum zur Einstiegsqualifizierung den Weg in seinen Ausbildungsberuf und in die Bäckerei Wölm gefunden, wo Bäckermeister Gerhard Wölm sein Chef und Ausbilder ist. Sein Auslandsaufenthalt führt ihn in eine Bäckerei nach Kundel in Tirol, und er hat schon genaue Vorstellungen davon, was er von seinem Auslandsaufenthalt erwartet. Natürlich will auch er „Land und Leute kennen lernen", aber besonders interessieren ihn landestypische Backwaren und Backspezialitäten, die er kennen lernen und deren Rezepturen er mitbringen will.
Volle Unterstützung für ihre Auslandsaufenthalte finden die beiden Auszubildenden bei ihren Betriebsinhabern und Ausbildern. Beide waren, so berichten Brigitte Hofer und Gerhard Wölm, gerne und spontan bereit, die Initiative der Mobilitätsberaterin der Handwerkskammer der Pfalz aufzugreifen und ihren Lehrlingen ein Auslandspraktikum zu ermöglichen. Sie sei „für etwas Neues immer offen", sagt die Friseurmeisterin, und findet es gut, „wenn junge Leute ihre Persönlichkeit weiterentwickeln und neue Erfahrungen sammeln wollen".
Genauso überzeugt vom Auslandsaufenthalt seines Lehrlings ist Bäckermeister Wölm. Er habe das Projekt „sofort befürwortet" und halte es für sinnvoll, wenn sein Lehrling „andere Backwaren und Backverfahren kennen lernt". Außerdem sei es für einen Auszubildenden von Vorteil, „wenn er mit Blick auf seine weitere berufliche Karriere bei Bewerbungen auf Auslandserfahrungen verweisen kann". Deshalb, so Wölm, sei es sehr zu begrüßen, „dass es so ein Projekt gibt und dass so etwas gefördert wird".
Darüber, welche Auslandsaufenthalts- und Austauschprogramme es für junge Leute in beruflichen Bildungsgängen gibt, informiert bei der Handwerkskammer der Pfalz seit 1. April Mobilitätsberaterin Annelie Walter-Zeyer. Die Fähigkeit, in einem internationalen Umfeld zu lernen und zu arbeiten, ist nach Auffassung der Mobiltätsberaterin eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben in einer globalisierten Wirtschaft. Und die wichtigste Erfahrung mit den beiden Handwerksbetrieben in Zweibrücken sei gewesen: „Das Projekt steht und fällt mit der Aufgeschlossenheit der Betriebsinhaber".
Ein ähnliches Maß an Unterstützung erhofft sich die Projektleiterin bei der Verwirklichung weiterer Auslandsaufenthalte für Auszubildende aus pfälzischen Handwerksbetrieben. Gefördert wird ihr Projekt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Unterstützt werden damit Austauschmaßnahmen und Auslandspraktika zu Lern- und Arbeitszwecken, Betriebe bei der Suche nach Partnerbetrieben im europäischen Ausland, Auslandsaufenthalte sowie entsprechende Vorbereitungsmaßnahmen für Teilnehmer an solchen Projekten. Zu erreichen ist Annelie Walter-Zeyer bei der Handwerkskammer der Pfalz unter Tel.: 0631 3677-118.
online seit 30. Sep 2009, aktualisiert am 30. Sep 2009
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